Meinung

Reform der Champions League
Die Uefa melkt den Fußball gnadenlos – ohne Rücksicht auf kleine Klubs und Fans

In Zukunft werden noch mehr Vereine um den Henkelpott spielen

© Harold Cunningham / DPA

von Tim Schulze

31.03.2021, 11:32 Uhr

Am Mittwoch wird die Uefa die Reform der Champions League beschließen. Die Aufblähung des Wettbewerbs nützt den großen Klubs, wird den Wettbewerb weiter verwässern und ist ein Affront gegen die Fans.

Für die Pläne der Uefa, die Champions League zu reformieren, ist die Corona-Pandemie möglicherweise ein Glücksfall. Europaweit waren deshalb keine Fans in den Stadien, um ihren Protest gegen das Vorhaben über die TV-Kameras in jedes Wohnzimmer und jede Fußball-Kneipe des Kontinents zu tragen.

So hat die Uefa geräuschlos eine Reform angeschoben, die die Champions League von 125 auf 225 Spiele gnadenlos aufbläht. Die scharfe Kritik von Organisationen wie ProFans aus Deutschland ist deswegen berechtigt. Die Reform sendet vor allem eine Botschaft: Die Interessen der Anhänger und der nationalen Ligen spielen keine Rolle. Es geht um mehr Spiele und höhere TV-Gelder. Es geht darum, die Kuh noch mehr zu melken, ohne Rücksicht auf Verluste.

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Die Reform sieht vor, die Teilnehmerzahl ab dem Jahr 2024 von 32 auf 36 Vereine aufzustocken. Die Gruppenphase wird durch ein Ligasystem (Schweizer Modell) ersetzt, in dem jeder Mannschaft zehn Gegner zugelost werden. Die ersten acht der Abschlusstabelle qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale. Die folgenden sechzehn Teams spielen in einer extra Play-off-Runde die restlichen Teilnehmer der K.o.-Runde aus. Für zwei oder drei Vereine soll es…