Faktencheck

Kampf gegen Coronavirus
Olaf Scholz und die zehn Millionen Impfdosen bis Ende März – hat der Vizekanzler falsche Hoffnungen geschürt?

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) lehnte sich bei „Berlin direkt“ in Sachen Coronavirus-Impfstoffe weit aus dem Fenstert (Archivbild)

© Christian Marquar / Getty Images

Bis zu zehn Millionen Impfdosen pro Woche bis Ende März – diese Ankündigung von Olaf Scholz in einem Fernsehinterview Anfang des Monats ist hängengeblieben. Was ist daraus geworden? Und hat der Vizekanzler das überhaupt so gesagt?

Vizekanzler Olaf Scholz bringt die Impf-Bazooka in Stellung. So oder ähnlich war es zu lesen, nachdem der SPD-Politiker am 7. März in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ die mangelhafte Impfstoff-Versorgung des Landes quasi zur (Vize-)-Chefsache erklärt hat. „Ich sorge dafür, dass die Dinge getan werden, die getan werden müssen“, erklärte Scholz selbstbewusst und kündigte eine Entspannung der Lage an, „in ganz wenigen Wochen“ – auch dank seiner „harten Intervention“.

Olaf Scholz kündigte „bis zu zehn Millionen“ Impfdosen an

Scholz wagte bei seinem Auftritt zwei Voraussagen: „Am 28.3. nach den Berechnungen wäre so gegenwärtig bei den aktuellen Impfkapazitäten der Zeitpunkt, wo unsere heutigen Kapazitäten nicht mehr ausreichen“, ist die eine. Mit ihr lag Olaf Scholz offenbar daneben.

Die Kapazität, allein der Impfzentren, wurde schon Mitte Februar von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung auf rund 200.000 Impfungen pro Tag geschätzt, Berechnungen des ZDF ergaben für die Woche von Scholz‘ „Berlin direkt“-Interview eine Kapazität von rund 354.290 Impfungen täglich. Der Rekord an täglich verabreichten Impfungen liegt laut Bundesgesundheitsministerium bei 339.267 und wurde am 26. März erreicht. In den vergangenen sieben Tage wurden demnach durchschnittlich 287.317 Menschen geimpft (Erst- und Zweitimpfungen).