Anders als Deutschland rät die EU-Arzneimittelbehörde Ema vorerst nicht zu Einschränkungen bei der Anwendung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca. Die Überprüfung von neuen Hinweisen auf Blutgerinnsel laufe zwar noch, teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam mit. Eine erste Prüfung habe aber keine spezifischen Risikofaktoren wie etwa Alter oder Geschlecht ergeben.

Bundesregierung verteidigt Altersbeschränkung

Die Bundesregierung verteidigte die Alterseinschränkung am Mittwoch. Bei der gesamten Impfkampagne sei das Thema Vertrauen »von enormer Bedeutung«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. An seinem Impfziel hält Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) generell fest: Sofern die Lieferzusagen eingehalten würden und die erwarteten weiteren Impfstoffzulassungen tatsächlich erfolgten, bestehe weiterhin »die Möglichkeit, bis zum Ende des Sommers alle zu impfen«, sagte Spahn.

Bereits Mitte März war der Einsatz der AstraZeneca-Vakzine wegen Berichten über Blutgerinnsel in Deutschland und anderen europäischen Ländern zunächst ausgesetzt worden. Die Ema hatte sich daraufhin für einen weiteren, uneingeschränkten Einsatz des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca ausgesprochen. Zwar könne ein Zusammenhang mit extrem seltenen, speziellen Thrombosen nicht ausgeschlossen werden. Dem stünden jedoch deutlich größere Gefahren durch Covid-19 gegenüber. Ema-Chefin Emer Cooke bezeichnete die Impfung als »sicher und effektiv«.

Die Empfehlung basierte auf einer Entscheidung des sogenannten Pharmakovigilanzausschusses der Ema, kurz PRAC. Er tagt, wenn bei einem zugelassenen Impfstoff oder Medikament mögliche Komplikationen auftreten. In dem Komitee sitzen unter anderem Vertreter aller EU-Staaten sowie von der EU-Kommission benannte unabhängige Expertinnen und Experten. Der Ausschuss sei zu einer »eindeutigen wissenschaftlichen Schlussfolgerung« gekommen, sagte Cooke.

Mehrere Länder hatten die Impfungen mit dem Produkt von AstraZeneca daraufhin…