Analyse

Bei „Lanz“ und Co.
Wie Armin Laschet dabei scheiterte, sich als künftiger Kanzler zu inszenieren

„Nein …“: Armin Laschet in Erklärungsnot während der Sendung von „Markus Lanz“ am Dienstagabend.

© Screenshot ZDF/“Markus Lanz“

von Dieter Hoß

31.03.2021, 19:01 Uhr

Armin Laschet will Bundeskanzler werden. Seit aber die Kanzlerin ihn bei „Anne Will“ für das Corona-Krisenmanagement in NRW gerügt hat, ist er in der Defensive. Das will er nicht wahrhaben. Bei zwei Medienauftritten wirkte er wenig „kanzlerhaft“.

Dem CDU-Vorsitzenden weht der Wind kräftig ins Gesicht. Seit Armin Laschet von der Kanzlerin bei „Anne Will“ am vergangenen Sonntag für sein Corona-Krisenmanagement gerüffelt wurde, ist der NRW-Ministerpräsident ständig in der Defensive. Am liebsten würde er den Dissens einfach vom Tisch wischen, denn er bringt ihn im Bestreben, Kanzlerkandidat der Union zu werden, merklich ins Hintertreffen. CSU-Chef Markus Söder hat zumindest im Moment die Nase klar vorn.

Wie zum Beleg kamen am Tag nach einem Doppelauftritt Laschets am Dienstagabend in den ARD-„Tagesthemen“ und bei „Markus Lanz“ im ZDF frische Zahlen. Auch die wischt Laschet gerne als Momentaufnahmen vom Tisch, doch sie können ihm nicht gefallen. Satte 75 Prozent der Unions-Anhänger würden gerne Söder als Kanzler wählen, nur 39 Prozent Laschet – so das RTL/ntv-Trendbarometer von diesem Mittwoch. Schlimmer noch: Könnten die Wähler:innen den Kanzler direkt bestimmen, hätte Söder (jeweils 38 Prozent) sowohl im Dreikampf mit Habeck (20)/Scholz (14) als auch im Rennen mit Baerbock (18)/Scholz (14) die Nase vorn. Laschet dagegen würde beide Direktabstimmungen verlieren – übrigens hätten in diesen Konstellationen die Grüne-Kandidat:innen mit jeweils 22 Prozent die Nase vorn.

K-Frage: Söder der aussichtsreichere Kandidat

Solche Zahlen machen Söder offenkundig zum…