Experten haben mit der Bergung eines mehr als 4000 Jahre alten Wasserfahrzeugs aus dem Bodensee begonnen. Bei dem prähistorischen Boot handelt es sich um einen acht Meter langen sogenannten Einbaum aus Lindenholz, wie das baden-württembergische Wirtschaftsministerium mitteilte. Der Einbaum aus der Zeit des 24. bis 23. Jahrhunderts vor Christus sei das älteste bisher bekannte Wasserfahrzeug aus dem Bodensee. Vorsichtig soll das hölzerne Relikt in den kommenden Wochen geborgen werden und anschließend in jahrelanger Feinarbeit der Restauratoren des Landesamtes für Denkmalpflege konserviert werden.

Nach dem Fund erhoffen sich Forscher neue Erkenntnisse über die Geschichte des Ur-Bootes und vielleicht sogar des Lebens am Gewässer in der frühen Bronzezeit. »Durch den Fund kann die Nutzung des Sees als Wasserstraße oder Fischereigewässer in dieser Zeit jetzt erstmals belegt werden«, sagte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne) am Mittwoch. In der Umgebung befänden sich jedoch keine Reste, die mit dem Jahrtausende alten Boot in Zusammenhang stünden.

Der Schiffsfund im Seerhein bei Konstanz wurde schon im Herbst 2018 gemeldet. Bereits eine erste Überprüfung vor Ort habe gezeigt, dass es sich bei dem Fund um einen Einbaum handle. Anders als bei einem im bayerischen Teil des Bodensees entdeckten Einbaum aus Eiche könne der Lindeneinbaum nicht am Stück geborgen werden. Dafür sei das Holz zu fragil und zu weich, erklärte der Regierungspräsident. Die anspruchsvolle Bergungsaktion werde daher voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Einbäume gehören zu den ältesten Wasserfahrzeugen der Menschheit. Sie wurden vor allem an Seeufersiedlungen genutzt. Am Bodensee sind bislang laut Wirtschaftsministerium keine dieser prähistorischen Siedlungen, die einst auf Pfählen im Flachwasser standen, aus der Zeit der endenden Steinzeit und dem Beginn der Bronzezeit bekannt.

Der Bodensee ist bei Archäologen ein sehr geschätzter Forschungsort. Es…