Eine Massenpanik in einem tansanischen Stadion in Daressalam hat 45 Menschen in den Tod gerissen, als Trauernde dem verstorbenen Präsidenten John Magufuli die letzte Ehre erwiesen, sagte die Polizei am Dienstag. Damit ist die Zahl der Todesopfer um ein Vielfaches höher, als ursprünglich nach der Katastrophe am 21. März bekannt gegeben wurden. An der Zeremonie hätten »zahlreiche Menschen« teilnehmen wollen, sagte der Polizeichef von Daressalam, Lazaro Mambosasa, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Einige »ungeduldige« Menschen hätten versucht, sich den Weg in das Stadion zu bahnen und so die Massenpanik ausgelöst.

Bei dem Unglück wurden nach Mambosasas Angaben zudem mehrere Dutzend Menschen verletzt. Kurz nach dem Vorfall im Uhuru-Stadion war zunächst nur der Tod einer Frau und vier Kindern gemeldet worden.

Magufuli war vor zwei Wochen gestorben. Nach offiziellen Angaben erlag der 61-Jährige einem Herzleiden. Die Opposition gab dagegen eine Corona-Infektion als Todesursache an.

Am 22. März wurde Magufuli in einem Staatsbegräbnis in der tansanischen Hauptstadt Dodoma bestattet. Am Wochenende davor war sein Sarg im Uhuru-Stadion in Daressalam, dem wirtschaftlichen Zentrum des ostafrikanischen Landes, aufgebahrt gewesen. Dort verabschiedeten sich zehntausende Menschen von dem gestorbenen Staatschef.

Magufuli stand seit 2015 an der Spitze Tansanias. Als seine Nachfolgerin wurde Suluhu Hassan vereidigt. Die 61-Jährige ist die erste Präsidentin Tansanias.