Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstreaZeneca nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Wie die Stiko mitteilte, wurde die Empfehlung „auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“ bei jüngeren Geimpften geändert. Zur Verabreichung der zweiten Impfstoffdosis für Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs erhalten haben, will die Stiko bis Ende April eine ergänzende Empfehlung abgeben.

Zuvor hatten mehrere Bundesländer die Impfung des Vakzins bei Menschen unter 60 Jahren vorsorglich ausgesetzt. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci verwies zur Begründung auf neue Daten über Nebenwirkungen. 

Zur Stunde beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in einer Sondersitzung über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff. Außerdem werde eine aktuelle Einschätzung des für die Sicherheit von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts erwartet, beschrieb die SPD-Politikerin die weiteren Schritte.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums will Ressortchef Jens Spahn seinen Länderkollegen bei dem Treffen einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen unterbreiten. Anschließend wird er sich gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Journalisten äußern, wie das Bundespressamt bekannt gab. 

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci will weitere Informationen zu Nebenwirkungen bei AstraZeneca

Auch die Universitätsklinik Charité in Berlin und das Land Brandenburg setzten bis auf Weiteres alle Impfungen bei unter 60-Jährigen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca aus.

Zuvor waren in Deutschland – überwiegend bei Frauen –  neue Fälle von Sinusvenenthrombosen, einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen, im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung bekannt geworden. Hierbei handelt es sich um die Verstopfung eines der großen venösen Blutgefäße im…