Das Militär in Myanmar geht immer brutaler gegen die eigene Bevölkerung vor. Wie eine Hilfsorganisation am Dienstag mitteilte, seien bereits 510 Zivilisten getötet worden – die wirkliche Opferzahl sei aber vermutlich erheblich höher. Die Menschen wehren sich nun mit einem »Müllstreik« gegen den Militärputsch.

Auch die Organisation »Clean Yangon«, die normalerweise dabei hilft, die Straßen Yangons sauber zu halten, hat die Bürger via Facebook aufgefordert, möglichst viele Abfälle mitten auf den Straßen abzuladen. »Müll ist auch eine Waffe, um Widerstand gegen die Junta zu leisten«, hieß es. »Lasst uns Müllbeutel und anderen Unrat aus unseren Häusern auf die Straße werfen«, so die Organisation.

»Neue Art des Widerstands«

Auf Twitter postete die Nachrichtenagentur »Myanmar Now« Bilder des Müllstreiks. »Diese neue Art des Widerstands soll die Abneigung der Bevölkerung gegenüber den Truppen zeigen«, schreibt die Nachrichtenagentur.

Seit dem Militärputsch vor rund acht Wochen gab es immer wieder Massenproteste in Myanmar. Das Militär versucht mit aller Härte, den Widerstand zu brechen und geht brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen die Proteste vor.

Die Demonstranten fordern unter anderem die Freilassung der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und eine Rückkehr zur Demokratie.