von Malte Mansholt

30.03.2021, 15:19 Uhr

Das Aufrüsten der Streaming-Dienste geht in die nächste Runde. Nach dem Boom des letzten Jahres setzen Netflix und Co. auf immer größere Namen, um den Glanz des eigenen Angebotes zu erhöhen. Geld spielt dabei quasi keine Rolle mehr. Doch das hat Folgen.

Netflix statt Barbesuch, den neuesten Blockbuster mieten statt ins Kino zu gehen: Die Videostreaming-Dienste sind einer der großen Gewinner des Corona-Jahres 2020. Doch dieses Jahr dürfte das Wachstum deutlich abflachen. Um sich gegen die Konkurrenz behaupten zu können, müssen die Dienste deshalb mit immer größeren Attraktionen aufwarten. 

Jüngstes Beispiel ist der Deal, den Autor und Produzent George R.R. Martin beim US-Dienst HBO Max ausgehandelt hat. Gleich fünf weitere Serien soll er auf Basis seiner Reihe „Game of Thrones“ für den Dienst entwickeln. Nachdem ihm HBO seinen größten Hit aller Zeiten verdankt, lässt man sich die Zusammenarbeit entsprechend kosten: Martin bekommt dafür „eine mittlere achtstellige Summe“, berichtet der „Hollywood Reporter“, das dürfte irgendetwas zwischen 40 und 60 Millionen Dollar bedeuten – nur für Martin.

Wettrüsten im Kampf um die Zuschauer

Doch der Heimsender von Jon Schnee und seinen Drachenfreunden ist nicht der einzige, der Unmengen an Geld auf den Tisch legt. Auch die anderen Anbieter rüsten mächtig auf. Für die Action-Komödie „Red Notice“ zahlt Netflix etwa alleine 20 Millionen Dollar an Gage – für jeden der drei Hauptdarsteller*innen Dwayne „The Rock“ Johnson, Gal Gadot und Ryan Reynolds. Insgesamt plant der Streaming-König dieses Jahr 19 Milliarden Dollar für Content auszugeben, bei Konkurrent Disney sind 8 bis 9 Millionen Dollar für Disney+-Inhalte eingeplant.

Die steigenden Budgets sind eine Folge des sich immer weiter verschärfenden Wettbewerbs. Waren vor wenigen Jahren noch Netflix…