Das Verschieben von Notbremsen bringe nichts, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf einige Bundesländer, die die vereinbarte Regelung, Lockerungen ab einer Inzidenz von über 100 wieder zurückzunehmen, nicht konsequent anwenden.

Der Zeitpunkt der Äußerung ist pikant: Die Union liegt in Umfragen derzeit deutlich unter der 30-Prozent-Marke. Offen ist nach wie vor, wer für die Union als Kanzlerkandidat antritt, sowohl Söder als auch Laschet sind im Gespräch. Die Entscheidung soll zwischen Ostern und Pfingsten fallen.

Söder fordert »einen Pandemieplan für Deutschland«

Der bayerische Ministerpräsident forderte ein einheitliches Vorgehen von den Bundesländern. »Wir brauchen einen Pandemieplan für Deutschland und nicht 16 verschiedene.« Es sei jetzt auch nicht die Zeit für einen »kleinteiligen Streit« um Kompetenzen.

»Über 100 ist die Notbremse notwendig«, sagte Söder. Dazu gehöre auch, in diesen Kommunen Ausgangsbeschränkungen anzuwenden. Bund und Länder müssten »aus einem Geist heraus« handeln. Es gehe allein um den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung.

»Keine Osterruhe fürs Impfen«

Zu den Maßnahmen gegen das Virus im eigenen Bundesland gab Söder das Ziel aus, »bis Ende April, Anfang Mai« 20 Prozent der Bayern geimpft zu haben. Derzeit würden täglich rund 40 000 Impfdosen im Freistaat verabreicht. Um das Ziel zu erreichen, will Bayern sowohl die Notreserven weitgehend auflösen und bald schon rund um die Uhr impfen. »Es gibt keine Osterruhe fürs Impfen«, sagte Söder.

Von Mittwoch an sollen in Bayern demnach auch die niedergelassenen Ärzte impfen. Begonnen werde zunächst mit 1635 Praxen und 33.000 Dosen. Zudem sei in Impfzentren derzeit die Verabreichung von bis zu 70.000 Impfdosen täglich möglich.