Bei einem Luftangriff des französischen Militärs in Mali sind womöglich überwiegend Zivilisten ums Leben gekommen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Vereinten Nationen (Uno), aus dem unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters vorab zitiert.

Demnach wurden bei der Attacke vom 3. Januar 19 Zivilisten und drei Bewaffnete getötet. Die Darstellung widerspricht damit der von Frankreich verbreiteten Version, wonach ausschließlich militante Islamisten getroffen worden seien. Eine Aufklärung der Geschehnisse ist auch deshalb schwierig, weil das betroffene Gebiet teilweise von Dschihadisten kontrolliert wird.

Frankreich ist im Rahmen seiner Antiterrormission Barkhane mit rund 5100 Soldaten in der Sahelzone im Einsatz. Die Region Mopti, in der sich der Luftangriff ereignete, war im Jahr 2012 das Epizentrum dschihadistischer Aufstände, die sich auch auf die Nachbarländer Burkina Faso und Niger ausgeweitet haben. In dem Konflikt wurden bislang Tausende Soldaten und Zivilisten getötet, Hunderttausende Menschen mussten fliehen.

Bereits kurz nach dem Angriff hatten Einheimische geschildert, dass es sich bei den Opfern um Teilnehmer einer Hochzeitsfeier nahe des Dorfes Bounti gehandelt habe. Frankreich gibt dagegen an, die vorherige Luftaufklärung habe ergeben, dass es sich um bewaffnete Islamisten gehandelt habe, von denen 30 getötet worden seien.

Frankreich widerspricht Uno-Bericht

Den Uno-Bericht wies das französische Außenministerium zurück. Es gebe Vorbehalte gegenüber der Methodik der Untersuchung, teilte das Ministerium mit. »Das Verteidigungsministerium bekräftigt, dass die Streitkräfte am 3. Januar einen Luftschlag gegen einen Terroristengruppe durchgeführt haben, die als solche identifiziert wurde«, hieß es in einer Stellungnahme.