Zeichen gegen Rassismus
US-Politiker südostasiatischer Abstammung zeigt seine Kriegsnarben: „Ist das patriotisch genug?“

Lokalpolitiker und Veteran Lee Wong zeigt bei einer Sitzung seine Narben

© West Chester Township / Vimeo

Der Rassismus gegen Amerikaner asiatischer Abstammung nimmt immer stärker zu. Ein Armeeveteran und Lokalpolitiker hat dagegen ein eindrückliches Zeichen gesetzt. Alle, die ihn nicht als echten Amerikaner betrachten, sollen seine Kriegsnarben sehen.

Rassismus wird in den USA immer noch und immer wieder als eines der großen gesellschaftlichen Probleme diskutiert. Doch während es nach dem Tod von George Floyd im vergangenen Jahr stark um die Diskriminierung Schwarzer Menschen ging, gerieten andere Minderheiten in den Hintergrund. Das ändert sich nun: Auch antiasiatischer Rassismus rückt ins Blickfeld. Trauriger Anlass sind die vermehrten gewaltsamen Übergriffe gegen asiatische Amerikaner in den vergangenen Wochen – insbesondere das Attentat in Atlanta, bei dem ein Mann in einem asiatischen Massage-Salon acht Menschen erschoss, darunter sechs Frauen mit asiatischem Hintergrund.

Dabei leben viele Menschen asiatischer Abstammung schon lange in den Vereinigten Staaten und fühlen sich dem Land sehr verbunden. Ein eindrückliches Zeichen gegen die Anfeindungen hat Lee Wong, Lokalpolitiker im Bundesstaat Ohio, gesetzt. Wong war im Alter von 18 Jahren aus Borneo in die USA eingewandert. Später diente er 20 Jahre lang in der US-Armee und kämpfte für sein Land. Dass ihn einige Menschen trotzdem nicht als Amerikaner ansehen wollen, kann er nicht akzeptieren – und griff deshalb in einer Sitzung zu einer ungewöhnlichen Methode, seinen Patriotismus zu beweisen: Der 69-Jährige hob sein Hemd hoch und zeigte die Narben aus seiner Zeit als Soldat (im Video ab Minute 25.30).

Seit 51 Jahren in den USA – und doch nie wirklich akzeptiert