Angesichts Corona-Missmanagements, Korruptionsaffären und sinkender Umfragewerte wächst in CDU und CSU der Druck auf die Parteispitze, die Frage der Kanzlerkandidatur möglichst rasch zu klären. CDU-Chef Armin Laschet und der CSU-Vorsitzende Markus Söder haben vereinbart, zwischen Ostern und Pfingsten zu entscheiden, wer von beiden den Spitzenjob übernimmt.

Laschet selbst wünscht wohl eine möglichst rasche Entscheidung. Kürzlich erklärte er im ZDF: »Zwischen Ostern und Pfingsten heißt übrigens nicht, Pfingstsonntag. Sondern es kann auch sehr schnell nach Ostern sein.« Möglicherweise, so wird in den Unionsparteien spekuliert, erhoffe sich Laschet dadurch einen Vorteil.

Carsten Linnemann, Vizechef der Unions-Bundestagsfraktion, folgte nun im ARD-»Morgenmagazin« dem Beispiel seines Vorsitzenden. »Wenn Sie mich persönlich fragen, wird es eher Richtung Ostern als Richtung Pfingsten sein.«

Die Kanzlerkandidatenfrage sei nicht geklärt – aber auch nicht die Frage, ob die Union den Kanzler stelle. Linnemann stärkte Laschet den Rücken: Er habe in Nordrhein-Westfalen bewiesen, »dass er es kann«.

Weder Laschet noch Söder haben sich bisher klar zu ihren Ambitionen geäußert.

Am Montag hatten sich die ersten beiden CDU-Bundestagsabgeordneten gegenüber dem SPIEGEL für Söder als Kandidat ausgesprochen: »Wir müssen mit dem antreten, mit dem wir nach Umfragen die besten Chancen haben, und das ist mit großem Abstand Markus Söder«, sagte der rheinland-pfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger dem SPIEGEL. »Bei mir an der Parteibasis kenne ich praktisch niemanden, der für Armin Laschet ist.« Die Union müsse »alles dafür tun«, um im Herbst überhaupt noch zu regieren, so der Finanzpolitiker: »Ich habe keine Lust auf vier Jahre Opposition. Gegen eine Ampel zu arbeiten, macht keinen Spaß – das kann ich aus Rheinland-Pfalz berichten.«

Auch die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer favorisiert Söder als…