Der Hamburger Hafen-Terminalbetreiber HHLA bereitet sich nach dem Ende der tagelangen Blockade des Suezkanals auf erhöhten Andrang von Containerschiffen in den nächsten Wochen vor.

»Wir werden 100.000 Quadratmeter zusätzliche Fläche im Hafen anmieten, um ausreichend Platz für die Lagerung von Containern zu haben«, sagte HHLA-Kommunikationschef Hans-Jörg Heims am Dienstag dem SPIEGEL. Die größte Herausforderung werde sein, weitaus mehr Behältnisse als üblich im Hafen gut gestapelt und gelagert zu bekommen. Aber: »Wir kriegen das hin.«

»Ketchupflaschen-Effekt« befürchtet

Nach der Havarie des Containerfrachters befürchtet die Schifffahrtsbranche einen plötzlichen Andrang auf große europäische Häfen. Denn durch den sechs Tage langen Stau am Suezkanal sind große Teile des globalen Handelsschiffsverkehrs komplett aus dem Takt geraten. In den kommenden Tagen werden weniger Schiffe als sonst ihre Zielorte erreichen – dafür danach aber umso mehr. Experten sprechen von einem »Ketchupflaschen-Effekt«, der Chaos und weitere Staus in den Häfen auslösen könnte.

Die HHLA glaubt, das Problem in Griff zu bekommen. »Wir erwarten keine erheblichen Verstopfungen«, sagte Heims. »Wir denken, dass wir mit unseren Kapazitäten hinkommen.« Das Koordinationszentrum könne die Belegung der Liegeplätze für die Frachter frühzeitig austarieren – und im Notfall könne man auch Schiffe vom geplanten Terminal auf eines der anderen beiden HHLA-Terminals im Hafen umlenken.

Unvorhergesehene Ereignisse ist die HHLA gewohnt. Bereits in der ersten Corona-Pandemiewelle vor einem Jahr musste sie starke Schwankungen des Warenverkehrs bewältigen. Damals fielen zuerst viele Schiffe aus China wochenlang aus – ehe dann nach den dortigen Lockerungen umso mehr Frachter eintrafen.

Seit Monaten kaum ein pünktliches Schiff

Auch zuletzt lief fast nichts nach Plan im Hamburger Hafen. »Durch Corona, Brexit, die Witterung im Winter und Verzögerungen durch Arbeitskämpfe in Rotterdam haben…