Das Banner fällt – der Beginn eines neuen Alltags? Ohne Maske spazieren die Menschen in Gibraltar am Sonntag durch die Straßen des Stadtzentrums. Nachdem am vergangenen Mittwoch keine neuen Covid-19-Fälle gemeldet wurden und die Mehrheit der Erwachsenen geimpft wurde, ist die Maskenpflicht im britischen Territorium an der Südspitze Spaniens im Freien aufgehoben. Nur in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln besteht sie weiterhin. Auch die nächtliche Ausgangssperre wurde beendet. Bars und Restaurants dürfen wieder bis 2 Uhr nachts öffnen.

Peter, Einwohner Gibraltars:
»Es tut gut, wieder zur Normalität zurückzukehren. All die Stühle und Tischen draußen zu sehen, die ich in den letzten Monaten vermisst habe. Zu sehen, dass die Menschen es hier genießen.«

Catherine, Einwohnerin Gibraltars:
»Mit unserem Impfausweis können wir irgendwann wieder reisen. Noch geht das natürlich nicht. Ich denke, wir werden erst wieder verreisen, wenn der Rest der Bevölkerung in Europa auch geimpft wurde.«

Die 33.000 Einwohner Gibraltars waren besonders hart von der Pandemie betroffen. Laut der Website Worldometer wies es mit 94 Toten die höchste Todesrate Europas im Vergleich zur Einwohnerzahl auf. Mittlerweile aber wurde der letzte Covid-19-Patient aus dem St. Bernard’s Krankenhaus entlassen und 70 Prozent der Bevölkerung sind bereits geimpft. Doch nicht alle trauen der neuen Situation.

Desire Gimenez, Touristin:
»Ich fühle mich nicht sicher. Wir haben uns daran gewöhnt, ich lasse die Maske auf. Obwohl sie geimpft sind habe ich noch Angst und werde sie weiterhin tragen.«

Tatsächlich gibt es Gründe für die Sorgen: Die südspanische Provinz Andalusien, aus der die meisten Arbeitskräfte in Gibraltar stammen, meldete noch am vergangenen Donnerstag zwei Tage in Folge mehr als eintausend Neuinfektionen. Gibraltar impft deshalb auch die rund 10.000 andalusischen Arbeitskräfte, die jeden Tag die Grenze passieren.