Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag auf einer Pressekonferenz bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen. Sie bezeichnete dies als »Vorsichtsmaßnahme«.

Entsprechende Termine in Impfzentren würden Kalayci zufolge nun erst einmal abgesagt. Das Land wolle nun die Beratungen auf Bundesebene und Stellungnahmen der Fachleute wie des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) abwarten.

Auch die Kliniken Charité und Vivantes in der Hauptstadt stoppten bis auf Weiteres die Impfungen mit Verweis auf Fälle von Hirnvenenthrombosen in Deutschland. Die Aussetzung der Impfungen gilt bei den Kliniken für Frauen unter 55 Jahren. Das betrifft vor allem die eigene Belegschaft. Die Sprecherin der Charité, Manuela Zingl, sagte: »Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind.«

Auch der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hatte einen Impfstopp von AstraZeneca für Frauen unter 55 Jahren am Montag verkündet. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf »eine schwerwiegende Erkrankung« einer 28-Jährigen nach der Impfung mit AstraZeneca gemeldet worden, hieß es. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten.

In dem Bundesland sprachen sich zudem die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit AstraZeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es laut Deutscher Presseagentur in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister.

Die Berliner Charité-Sprecherin Zingl betonte, dass in der Charité keine Komplikationen nach Impfungen mit AstraZeneca aufgetreten seien. Diese wolle jedoch vorsorglich agieren und abschließende Bewertungen abwarten. Die…