Die deutsche Autoindustrie setzt auf Elektroantriebe, doch der dafür nötige Rohstoff Lithium gilt noch als Mangelprodukt. Zumindest BMW hat für seine Elektroautos nun eine weitere Lieferquelle erschlossen: Der bayerische Autokonzern bezieht das Lithium für seine Batteriezellen künftig nicht mehr nur aus Australien, sondern ab 2022 auch aus Argentinien.

Mit dem US-Unternehmen Livent habe BMW einen Mehrjahresvertrag über 285 Millionen Euro geschlossen. Damit »machen wir uns technologisch, geografisch und geopolitisch unabhängiger von einzelnen Lieferanten«, sagte Einkaufsvorstand Andreas Wendt laut Mitteilung. Zudem schone Livent mit seinem Abbauverfahren das lokale Ökosystem.

2030 soll die Hälfte der verkauften BMW vollelektrisch fahren

Wie groß der Bedarf an Lithium womöglich schon bald wird, legt eine Prognose des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) nahe: In der Studie gingen die Forscher bis zum Jahr 2035 vor allem wegen steigender E-Mobilität im extremsten Fall vom dreieinhalbfachen Bedarf der heutigen Produktion aus. Die nun höhere Prämie für diese Fahrzeuge im Corona-Konjunkturpaket führt bereits jetzt zu einer steigenden Nachfrage.

Die Hälfte der weltweiten Lithiumvorkommen liegt unter den Salzseen im Länderdreieck von Argentinien, Bolivien und Chile. Gewöhnlich wird die Salzlauge aus dem Boden gepumpt und in flachen Becken verdunstet. Livent gebe den größten Teil der Salzlauge wieder in den Lebensraum zurück, statt ihn zu verdunsten. So bleibe das Gleichgewicht zwischen Grundwasser- und Soleschichten weitgehend erhalten, und der Flächenverbrauch sei geringer, teilte der Autokonzern mit. 2030 soll die Hälfte seiner verkauften Autos vollelektrisch fahren. Entsprechend steigt der Lithium-Bedarf für die Batteriezellen.

Auch in Deutschland gibt es Überlegungen, hierzulande in großem Stil Lithium zu fördern. Die Firma Vulcan Energy…