Das Land Berlin setzt die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci verwies zur Begründung auf neue Daten über Nebenwirkungen. Nach ihren Angaben wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern noch an diesem Dienstag in einer Sondersitzung über den weiteren Umgang mit dem Impfstoff beraten. Außerdem werde eine aktuelle Einschätzung des für die Sicherheit von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts erwartet, beschrieb die SPD-Politikerin die weiteren Schritte.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums will Ressortchef Jens Spahn seinen Länderkollegen bei dem Treffen einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen unterbreiten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) wird voraussichtlich das Präparat nur noch für Menschen empfehlen, die älter als 60 Jahre sind. Das geht aus einem Beschlussentwurf der Stiko hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci will weitere Informationen zu Nebenwirkungen bei AstraZeneca

Auch die Universitätsklinik Charité in Berlin und das Land Brandenburg setzen bis auf Weiteres alle Impfungen bei unter 60-Jährigen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca aus.

Zuvor waren in Deutschland – überwiegend bei Frauen –  neue Fälle von Sinusvenenthrombosen, einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen, im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung bekannt geworden. Hierbei handelt es sich um die Verstopfung eines der großen venösen Blutgefäße im Gehirn durch ein Blutgerinnsel.

München setzt AstraZeneca-Impfungen ebenfalls aus

Auch in München werden alle Bürger, die jünger als 60 Jahre sind, vorerst nicht mehr mit AstraZeneca geimpft. „Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat die Stadt entschieden, wie Berlin die Impfungen hier vorsorglich auszusetzen, bis die Frage möglicher Impfkomplikationen für diese Personengruppe geklärt…