Viele Menschen arbeiten mehr, als sie eigentlich wollen – und diejenigen, die gern mehr arbeiten würden, können es häufig nicht. Das ist das Ergebnis einer Studie zur gewünschten Arbeitszeit, die das Münchener Ifo-Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat.

Unter denen, die gern länger arbeiten würden, sind mehr Frauen als Männer. So sei der Anteil der Unterbeschäftigten bei Frauen mit 17 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Männern – von denen nur neun Prozent weniger arbeiten als gewünscht. Es gebe durchaus Potenzial zur Angleichung der Arbeitszeiten zwischen den Geschlechtern, heißt es in der Studie. »Wenn sich Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren ließen, würden viele Frauen auch mehr arbeiten«, sagt Mitautor Andreas Peichl, Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen. Und das wäre »angesichts des Fachkräftemangels in Deutschland sinnvoll«.

Zusammen mit Maximilian Blömer, Johanna Garnitz, Laura Gärtner und Helene Strandt hat Peichl die Studie »Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Unter- und Überbeschäftigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt« verfasst. Sie untersucht mithilfe von Umfragedaten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) sowie dem Panel Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung (PASS) die Entwicklung der tatsächlichen und der gewünschten Arbeitszeit seit 1985 – sowie die Gründe für die Kluft.

Für Mütter ist es schwierig, die Arbeitszeit zu erhöhen

Insbesondere Müttern fällt es der Studie zufolge schwer, ihre Arbeitszeitwünsche zu realisieren. Dies sei vor allem auf den Mangel an Betreuungsmöglichkeiten oder die zu hohen Kosten dafür zurückzuführen. Auf die Arbeitszeitwünsche von Vätern haben Kinder und deren Betreuungssituation hingegen so gut wie keinen Einfluss, wie die Autoren der Untersuchung schreiben. Dies deute darauf hin, dass die traditionelle Rollenaufteilung nach wie vor dominiere.

»Ob zum Beispiel Mütter Arbeitszeit eher aufstocken oder reduzieren wollen, wird stark…