Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gegen die Militärjunta in Myanmar sind bereits mehr als 500 Menschen getötet worden. Die örtliche Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) teilte mit, sie könne den Tod von 510 Zivilisten bestätigen. Die tatsächliche Opferzahl sei aber vermutlich wesentlich höher.

Die Vereinigten Staaten setzten als Reaktion auf das gewaltsame Vorgehen der Generäle ein Handelsabkommen mit Myanmar aus. Der Vertrag aus dem Jahr 2013 solle erst wieder in Kraft treten, wenn die demokratische gewählte Führung ins Amt zurückgekehrt sei, erklärte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai.

„Blinde und mörderische Gewalt“

Auch Frankreich verurteilte die „blinde und mörderische Gewalt“ der Sicherheitskräfte aufs Schärfste. Diese hätten Waffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Jeden Tag sinke Myanmar tiefer in der „Tragödie“, mahnte Außenminister Jean-Yves Le Drian. Er verlangte ein Ende der Gewalt und die bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen.

„Tag der Armee“: Das Militär zeigt seine Macht am Samstag in Naypyidaw

Mehrere Oppositionsparteien in Deutschland forderten die eigene Regierung auf, Strafmaßnahmen zu verhängen. Der außenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Bijan Djir-Sarai, sagte: „Deutschland und die Europäische Union sollten umgehend in enger Abstimmung mit den USA das bisher erlassene Sanktionsregime gegen die Militärführung ausweiten.“ Seine Parteikollegin Gyde Jensen, die im Parlament dem Menschenrechtsausschuss vorsitzt, erklärte: „Es ist die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, konsequent die finanziellen Quellen der Militärjunta auszutrocknen, mit denen sie den Massenmord an der eigenen Bevölkerung finanziert.“

Sitzung hinter verschlossenen Türen

Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte: „Wir als Bundesrepublik können ganz allein den Militärattaché und seinen Stab aus Deutschland ausweisen – dafür braucht man keinen Sicherheitsrat.“ Der…