Terror bremst Erdgasprojekt
Morden, brandschatzen und verstümmeln

Die undatierte Aufnahme von Google Earth zeigt den Ort Palma in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik. Foto: -/Google/dpa

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Verzweifelte Szenen im Norden von Mosambik: Schwer bewaffnete IS-Milizionäre greifen eine Stadt an, ermorden und verstümmeln Menschen. Ins Visier geraten auch europäische Vertragsarbeiter.

Das Gemetzel in der nordmosambikanischen Küstenstadt Palma muss fürchterlich gewesen sein. Von enthaupteten Leichen in den Straßen berichteten Anwohner der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Dutzende Zivilisten sollen getötet worden sein.

Hunderte ausländischer Facharbeiter – darunter diverse Europäer – flohen zunächst in nahegelegene Hotelanlagen. Bei einem verzweifelten Ausbruchversuch mit 17 Fahrzeugen geriet der Konvoi unter starken Beschuss, mindestens ein Südafrikaner starb im Kugelhagel. Offiziell drang von den tagelangen Kämpfen zunächst aber kaum etwas durch: Die Angreifer hatten vorsorglich alle Kommunikationsverbindungen gekappt.

Seit Mittwoch wüteten etwa 100 Angreifer, die einer Gruppierung mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischen Staat (IS) angehören sollen, in der Kleinstadt. Die Attacke kam nur wenige Tage, nachdem die USA sie als globale Terrororganisation eingestuft und mit Sanktionen belegt hatten. Die US-Regierung bezeichnet die Organisation als IS-Mosambik, nennt aber auch die Namen Ansar Al-Sunnna und Al-Shabaab. Sie habe sich 2018 zum IS bekannt und unter Führung des zuvor unbekannten Milizenchefs Abu Yasir Hassan Hunderte Zivilisten in der gasreichen Provinz Cabo Delgado des südostafrikanischen Staats getötet.

Experten zufolge hat die Rebellion ihre Wurzeln in den Missständen der armen Region. Laut UN-Flüchtlingshilfe sollen knapp 700.000 Menschen vertrieben worden und gut 2000 umgekommen sein. Erst vor ein paar…