Zuckerstreit geht weiter
„Achtung, wenig Zucker“: Lemonaid protestiert gegen neue Limonaderegeln

Lemonaid protestiert mit ironischen Warnhinweisen gegen neue Zuckervorgaben

© Lemonaid

von Daniel Bakir

29.03.2021, 12:30 Uhr

Nach Protesten des Getränkeherstellers Lemonaid sollen die Zuckerregeln für Limonade geändert werden. Doch die Firma ist mit den neuen Regeln keinesfalls glücklich. Sie fürchtet, dass sie künftig Warnhinweise anbringen muss – oder Millionen Glasflaschen unbrauchbar werden.

Der Kampf des Hamburger Getränkeherstellers Lemonaid gegen die behördlichen Zuckervorgaben geht weiter. Zwar soll die bisher geltende Mindestzuckermenge für Limonaden abgeschafft werden, wie Lemonaid es gefordert hatte. Doch die Firma fürchtet neue bürokratische Hürden – und reagiert einmal mehr mit einem kreativen Protest, wie die Macher dem stern berichten.

Die Bio-Limonade von Lemonaid war in der Vergangenheit wiederholt von lokalen Lebensmittelkontrolleuren beanstandet worden, weil sie weniger Zucker enthält, als in den Leitsätzen für Limonade vorgesehen. Der Protest von Lemonaid gegen diese absurd anmutende Zuckerregel hatte große Wellen geschlagen. Denn dass eine Limonade, die weniger Zucker enthält, als irgendwann mal in den behördlichen Leitsätzen festgeschrieben, sich nicht Limonade nennen darf, erschien nicht nur der Firma selbst nicht mehr zeitgemäß. 

Zuckerregel wird überarbeitet

Und tatsächlich hat Lemonaid mit seinen Protesten etwas bewegt. Die zuständige Lebensmittelbuch-Kommission hat vor wenigen Wochen beschlossen, die Leitsätze für Erfrischungsgetränke zu überarbeiten. Laut der Neufassung der Leitsätze, die nach einem Anhörungsverfahren abschließend beschlossen werden sollen, dürfen sich Getränke künftig auch Limonade nennen, wenn sie weniger als 7 Gramm Zucker pro 100 Milliliter enthalten. Auch die…