Die Folgen der Suezkanal-Blockade könnten die internationale Schifffahrtsindustrie nach Einschätzung der weltgrößten Container-Reederei Maersk noch Monate beschäftigen. Selbst wenn der Kanal wieder geöffnet werde, gebe es noch deutliche Nachwirkungen für die weltweiten Kapazitäten, erklärte der dänische Hapag-Lloyd-Rivale am Montag. Bis alle derzeit wartenden Schiffe den Suezkanal passiert hätten, werde es mindestens sechs Tage dauern. Maersk teilte weiter mit, von dem Unternehmen selbst steckten drei Schiffe aktuell im Kanal fest. Weitere 29 warteten auf Einfahrt. Bisher seien 15 auf die Strecke rund um Südafrika umgeleitet worden.

Auch Hapag-Lloyd bekommt den Stau an der wichtigen Wasserstraße zu spüren: Die Hamburger Reederei listet auf ihrer Internetseite mit Stand Samstag neun betroffene Schiffe auf. Sechs weitere wurden demnach über das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet. Hapag-Lloyd beobachte die Entwicklung genau, teilte die weltweite Nummer fünf der Branche mit. Der Konzern bemühe sich, die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten.

Der 193 Kilometer lange Suezkanal zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer ist Teil der kürzesten Seeverbindung zwischen Europa und Asien und wichtig für die Lieferung von Importwaren nach Europa. Über die Wasserstraße werden Möbel, Elektrogeräte und Kleidung verschifft. Umgekehrt sind durch den Stau auch leere Container auf dem Weg nach Asien auf der Strecke geblieben. Das Riesencontainerschiff »Ever Given« hatte sich am Dienstag vergangener Woche bei starkem Wind in dem Kanal verkeilt. Am Montag konnte es zwar wieder in Bewegung gebracht, aber noch nicht vollständig flottgemacht werden.

Ähnlich besorgt wie Maersk zeigt sich der Branchenzweite MSC: Die Blockade des Suezkanals werde zu einer der größten Störungen des Welthandels der vergangenen Jahre führen, erklärte das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz am Samstag. Selbst wenn der Kanal bald wieder passierbar sei, drohten in der Folge…