„Wir freuen uns, dass sie die Herausforderung angenommen hat, uns mutig in unsere nächste Etappe zu führen“, teilte die Vorsitzende des Internationalen Vorstands von Amnesty, Sarah Beamish, mit. Die „Mischung aus intellektueller Schärfe, tiefgreifender globaler Menschenrechtserfahrung und mutiger Stimme“ qualifiziere die Französin Agnès Callamard für das Amt der Generalsekretärin.

Machte sich im saudischen Königshaus unbeliebt

Als UN-Sonderberichterstatterin für außergerichtliche, standrechtliche und willkürliche Hinrichtungen war Callamard zuvor unter anderem für die Ermittlungen zum Mord an dem saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi zuständig. Insgesamt leitete sie nach Angaben von Amnesty in mehr als 30 Ländern Nachforschungen zu Menschenrechtsverletzungen.

Jamal Khashoggi wurde im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Das Wandbild erinnert an ihn

Als Leiterin des internationalen Sekretariats von Amnesty International wird die 1965 geborene Politologin die wichtigste Sprecherin der Organisation, die nach eigenen Angaben weltweit rund zehn Millionen Unterstützer und Büros in mehr als 70 Ländern hat. Als Generalsekretärin wird sie zunächst für einen Zeitraum von vier Jahren ernannt.

„Amnesty wichtiger denn je“

„Ich fühle mich geehrt, das Amt der Generalsekretärin zu übernehmen und mit den Unterstützern von Amnesty auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, damit wir gemeinsam die Menschenrechte für alle Menschen einfordern und verteidigen“, sagte Callamard. Wenn Regierungen und Konzerne darauf abzielten, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die sich gegen Menschenrechtsverstöße aussprechen, seien die Untersuchungen und Kampagnen von Amnesty International wichtiger denn je.

fab/al (afp,epd)