Mitunter mag eine Rücktrittsankündigung ja eine befreiende Wirkung haben. So kann man sich Bundestrainer Joachim Löw in diesen Tagen als vergleichsweise entspannten Mann vorstellen. Verschwunden sind all die Forderungen nach einer personellen Neuregelung – soll sich doch der Verband kümmern. Löw muss nun „nur“ noch die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bis zum erwünschten Europameister-Titel siegreich gestalten.

191-mal hat Joachim Löw die DFB-Elf betreut. Der Gegner in der 192. Partie ist ein unbekannter: Nordmazedonien. Gegen die hat man noch nie gespielt. Früher hätte man das höflich als anspruchsvolle Aufgabe bezeichnet (und hinter vorgehaltener Hand die Punkte vielleicht schon gezählt). Doch früher, das war unter anderem, bevor Spanien das deutsche Tor mit sechs Treffern sturmreif schoss und die Nation das Gefühl bekommen musste: Wir sind niemand mehr im Weltfußball.

„Volle Kraft voraus“

Doch einen Augenblick – so schlimm stehen die Dinge nicht. Immerhin ging das WM-Qualifikationsspiel gegen Island (ungefähr 360.000 Einwohner) ja mit 3:0 auf das Konto des DFB-Teams, und ihren nächsten Gegner Rumänien konnte Löws Mannschaft ja ebenfalls besiegen – allerdings nur noch mit 1:0, was ja stellenweise schon wieder Sorgenfalten verursachte. Kaum auszudenken, was passiert wäre, hätten die Rumänen kurz vor Spielende noch den Ausgleich erzielt.

1:0 also. Es stellte sich die Frage nach der Chancenauswertung, und welche Konsequenzen in der Zusammenstellung des Offensiv-Ensembles für die Partie gegen Nordmazedonien am Mittwoch in Duisburg (Anpfiff um 20.45 Uhr MESZ) gezogen werden. Löw formulierte vorerst nur diesen Anspruch: „Wir müssen nochmal volle Kraft voraus auch dieses Spiel gewinnen. Dann haben wir sicherlich in diesem Jahr einen ordentlichen Start – und in der WM-Quali mit neun Punkten die richtige Richtung eingeschlagen.“

Zuück zur alten Form? Leroy Sané beim Aufwärmen vor dem Rumänien-Spiel

Luft nach oben

Was die besagte…