Die endlosen, surrealen Monate dieser Pandemie brachten schon viele schwierige Phasen und oft hat die Politik dabei kein gutes Bild abgegeben. Doch zu spät bestellte Masken und eine chaotische Impfkampagne sind Kleinkram gegenüber dem, was nun passiert: Die politische Führung des Landes weigert sich, die eigene Bevölkerung konsequent und mit allen Mitteln zu schützen.

Die Situation ist gespenstisch: Die Krankenhäuser bereiten sich ernsthaft auf die Triage vor, also auf eine Situation, in der sie entscheiden müssen, welche Covid-19-Patienten sie behandeln, welche sie sterben lassen müssen. Die Intensivmediziner warnen tagein tagaus vor einer Katastrophe. Jedes seriöse wissenschaftliche Modell – wirklich jedes – rechnet vor, dass es trotz der derzeit bestehenden Einschränkungen in Deutschland ab Mai mindestens 100.000 Covid-Fälle täglich geben wird, eher aber 200.000 oder noch mehr.

Auch über die Folgen besteht Einigkeit unter den Wissenschaftlern, manche Länder haben sie zudem schon teils erfahren müssen: Tausende Tote täglich. Über Wochen und Monate. Weil sehr hohe Infektionszahlen auch durch harte Maßnahmen nur langsam sinken. Die Impfkampagne wird ihre Wirkung nicht richtig entfalten können. Das heißt: irgendeine Form von Lockdown bis weit in den Sommer hinein. Vermutlich hunderttausende Menschen, die Monate oder Jahre mit Long-Covid zu kämpfen haben werden.

All das klingt nach Horrorszenario, aber es ist inzwischen sehr wahrscheinlich. Die Pandemielage ist keine politische Ansichtssache. Mathematische und medizinische Grundregeln lassen sich nicht einfach ignorieren oder anders interpretieren. Exponentielles Wachstum hört nicht von selbst auf.

Zu stoppen ist diese nahende Katastrophe nur mit einem sofortigen, harten und klar auf zwei bis drei Wochen beschränkten Lockdown inklusive Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice-Pflicht und geschlossenen Schulen. Ein Rechenexempel: Wenn wir bei einer Inzidenz von 130 starten und den R-Wert auf 0,7 drücken,…