Noch vor einer Woche hatte das Robert Koch-Institut (RKI) 7709 Corona-Neuinfektionen binnen einem Tag gemeldet, nun ist der Wert mit 9872 Neuinfektionen beinahe wieder fünfstellig. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt bundesweit auf 134,4 je 100.000 Einwohner. Vor einer Woche lag sie bei 107,3.

Nun hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach angesichts der schnell steigenden Inzidenzzahlen einen »letzten harten Lockdown« für Deutschland gefordert.

»Wir können es nicht so laufen lassen«, sagte Lauterbach im WDR. Andernfalls würden die Inzidenzen in wenigen Wochen über 200 steigen. Der SPD-Politiker hat konkrete Ideen für einen verschärften Lockdown: Er plädierte für eine Pflicht zum Homeoffice und zu regelmäßigen Coronatests in den Betrieben. Außerdem sprach er sich für eine befristete Ausgangssperre am Abend aus. Die Bewegungsdaten der Handys zeigten, dass sich viele Menschen abends immer noch privat träfen. Das sei verständlich, müsse aber eine Zeit lang begrenzt werden.

»Erst einmal wirklich Kontrolle in das Geschehen hineinbringen«

Kritik übte der Gesundheitspolitiker an dem uneinheitlichen Vorgehen der Länder und den vielerorts zu beobachtenden Bemühungen, mit mehr Tests Lockerungen zu ermöglichen. »Die Wahrheit ist, wir müssen erst einmal wirklich Kontrolle in das Geschehen hineinbringen. Wir brauchen etwas, was das exponentielle Wachstum jetzt hemmt, und das ist mit Lockerungen nicht zu machen.« Zu glauben, Tests seien der Königsweg, mit dem man den Anstieg der Inzidenzzahlen in den Griff bekomme, sei ein Fehler. »Das lässt sich durch Testen nicht allein wegbekommen.«

Mit dem Ruf nach einem härteren Kurs ist der SPD-Politiker nicht allein – auch Kanzlerin Angela Merkel möchte angesichts stark steigender Infektionszahlen die Länder zu strengeren Coronamaßnahmen bewegen. Andernfalls werde sie bundeseinheitliche Regelungen in Erwägung ziehen, sagte Merkel am Sonntag in der ARD-Sendung »Anne Will«. »Ich werde jedenfalls nicht…