Mehrere Tage anhaltender Regen führte im März im australischen Bundesstaat New South Wales zu den schlimmsten Überschwemmungen seit sechs Jahrzehnten. Laut dem australischen Wetterdienst fielen in der Region um Sydney sowie in den Regionen Hunter und Mid North Coast an vier Tagen 400 bis 600 Millimeter Regen, also 400 bis 600 Liter pro Quadratmeter. Die Höchstwerte lagen gar bei etwa 1000 Litern.

Das Ereignis blieb auch Kameras im All nicht verborgen. Sowohl die Europäische Weltraumbehörde Esa, ihr amerikanischen Pendant Nasa als auch der private Satellitenanbieter Planet veröffentlichten nach den Ereignissen Satellitenbilder, die Teile der betroffenen Regionen vor und nach dem Naturereignis im australischen Sommer zeigen.

Badewanneneffekt

Durch die enormen Wassermassen erreichten die Wasserstände zahlreicher Flüsse die Pegel großer Fluten, so etwa der Clarence River, Gwydir River, Mehi River, Lower Hunter River, Manning River und Colo River. Die Flüsse Hawkesbury und Nepean um Sydney erreichten die höchsten Wasserstände seit 1961.

Mindestens 40.000 Menschen wurden evakuiert, mehrere starben. Zugleich zerstörten die Fluten Ernten, Landwirte verloren Vieh. Auch Wildtiere flüchteten vor den Wassermassen, Schlangen krochen etwa auf Bäume und Spinnen krabbelten in großen Gruppen Häuserwände hinauf.

Besonders eindrucksvoll sind Aufnahmen der Fluten aus der nordwestlich von Sydney gelegenen Stadt Windsor am Hawkesbury River vor und nach den Regenfällen (oben und unten). Stromaufwärts liegt die Warragamba-Talsperre, die seit dem 20. März überfüllt ist. Laut einem Bericht der BBC wurden von dort bereits 500 Gigaliter Wasser Richtung Sydney abgelassen. Das entspreche dem Volumen des Hafens von Sydney, hieß es.

Im Tal, durch das sich die Flüsse Hawkesbury und Nepean schlängeln, gibt es mehrere Becken, in denen sich Flusswasser ansammelt, bis es auf angrenzende Auen abfließt. Katastrophenschützer sprechen vom sogenannten Badewanneneffekt. Allerdings erschwert…