TV-Kritik

Auftritt bei „Anne Will“
„So war das nicht gedacht“: Angela Merkel rügt Armin Laschet für Umgang mit Corona-Notbremse

Angela Merkel zu Gast bei Anne Will: „Ich bin noch am Nachdenken“

© NDR/Wolfgang Borr

Im 1:1-Interview bei Anne Will zeigt sich die Bundeskanzlerin weitestgehend defensiv. Bei einem Thema aber wird Angela Merkel deutlich: Sie sei „nicht glücklich“ darüber, wie „frei“ einige Länderchefs die gemeinsamen Entschlüsse interpretieren – nicht zuletzt Armin Laschet.

Von Simone Deckner

Wenn die Bundeskanzlerin allein zu „Anne Will“ kommt, muss die Lage ernst sein. Die Covid-Zahlen explodieren, der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt bei 129 und RKI-Chef Wiehler warnt schon vor 100.000 Infizierten pro Tag. Doch spätestens seit Angela Merkel vergangenen Mittwoch die geplante „Osterruhe“ wieder kippte und um Verzeihung bat, nimmt die Verunsicherung gefühlt stündlich zu: Wie will Deutschland die Pandemie in den Griff bekommen, wenn schon ein angedachter Mini-Lockdown über Ostern als „nicht umsetzbar“ gilt? Warum scheinen die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz für einige der Länderchefs so bindend zu sein wie lose Schnürsenkel? Aber vor allem: Was ist der Plan von Angela Merkel für die nächsten Tage?

Anne Will saß einer Bundeskanzlerin gegenüber, die sichtlich müde wirkte. Eine Kanzlerin, die vielfach Sätze begann, nur um sie kurz darauf abzubrechen und umzuformulieren. Eine Kanzlerin, die nach den richtigen Worten suchte. Kein Vergleich zu der entschlossenen Krisenmanagerin Merkel, die im Jahr 2015 mit einem „Wir schaffen das“ Entscheidungen selbstbewusst auch gegen Kritiker vertrat. Sechs Jahre später reichte es gerade noch zu einem „Wir müssen das hinbekommen“. Das klingt nach einer Durchhalteparole, nicht nach einer Strategie.

Anne Will stellte die richtigen Fragen – auch mehrfach. Sie verstehe nicht, warum Angela Merkel sich so viel…