Versandhandel
Verdi ruft an sechs Amazon-Standorten zu Streik auf

Verdi ruft an sechs Amazon-Standorten zum Streik auf. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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An sechs Amazon-Standorten ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem viertägigen Osterstreik auf. Der Versandhändler sieht dem gelassen entgegen.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Versandhändlers Amazon an sechs Standorten zu einem viertägigen Streik vor Ostern aufgerufen. Er solle mit Beginn der Nachtschicht vom Sonntag auf den Montag beginnen.

Betroffen sind die Standorte Werne, Rheinberg (beide Nordrhein-Westfalen), Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) und zwei Standorte im hessischen Bad Hersfeld.

Durch die Schließung weiter Teile des stationären Einzelhandels in der Corona-Krise sei das Bestellaufkommen bei Amazon durch die Decke gegangen, sagte Orhan Akman, der bei Verdi für den Einzel- und Versandhandel zuständig ist. «Ausbaden mussten das die Kolleginnen und Kollegen. Durch die permanente Arbeitshetze und Leistungskontrolle ist die Einhaltung von Abständen und anderen Maßnahmen gegen Ansteckungen oft kaum möglich.» Amazon verweigere sich bisher, einen verbindlichen Tarifvertrag zum Schutz der Beschäftigten abzuschließen.

Amazon erwartet keine Auswirkungen des Streiks. Man sehe ihm gelassen entgegen, teilte das Unternehmen mit. Der Versandhändler verwies auf frühere Aktionen. Bei vergangenen Streikaufrufen hätten mehr als 90 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Logistikzentren «ganz normal gearbeitet». Amazon sieht sich zu Unrecht Kritik ausgesetzt. «Wir sind zu einer Projektionsfläche für Gruppen geworden, die Aufmerksamkeit für ihre Themen suchen», hieß es in einer Stellungnahme. Die Beschäftigen würden von «exzellenten Löhnen, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen» profitieren.