Nur wenige Tage nach der letzten Bund-Länder-Runde werden die Forderungen nach einem harten Lockdown und einem neuen Corona-Gipfel lauter. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellte bereits für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern in Aussicht. „Wir sehen halt, das die Zahlen förmlich hochrasen“, sagte Kretschmann in Stuttgart. Ob die nächste, für April gelangte Konferenz der Ministerpräsidenten vorgezogen werden müsse, sagte der Grünen-Politiker nicht. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte einen raschen neuen Corona-Gipfel gefordert.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wünscht schnell einen weiteren Corona-Gipfel

Währenddessen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland weiter. Zuletzt lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 129,7. Damit ist der Wert ähnlich hoch wie zuletzt am 19. Januar (131,5). Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 17.176 Neuinfektionen sowie 90 Todesfälle.

Kritik an Ministerpräsidenten-Runde

Der Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sprach sich in der „Bild am Sonntag“ klar für einen harten Lockdown aus. Es müsse endlich aufhören, dass jede Kommune ihren eigenen Sonderweg gehen könne. „Es wäre mir lieber, wenn wir noch mal zehn Tage bundesweit in einen harten Lockdown gehen und danach überall öffnen können, anstatt über Monate keine klaren Strukturen zu haben.“ Wolf kritisierte in diesem Zusammenhang die Ministerpräsidenten-Runde deutlich: „Ihre Beschlüsse gehen seit Monaten völlig an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen und Betriebe vorbei.“

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf: Es kann nicht jede Kommune Sonderweg gehen dürfen

Kanzleramtschef Helge Braun sprach sich ebenfalls für ein härteres Vorgehen aus. „Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die…