Aus einer nächtlich hart-errungenen, tagelangen Osterruhe wurde in den letzten Tagen ein Shutdown-Light. Zahlreiche Länder experimentieren mit Sonder-Öffnungs-Strategien, statt die eigentlich verabredete Notbremse umzusetzen. Nun aber scheint sich die Stimmung zu drehen. Forderungen nach einem neuen Corona-Gipfel Anfang der Woche werden lauter.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht. »Erstmal überlegen wir alle solche Sachen«, sagte Kretschmann am Samstagabend in Stuttgart. »Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch.«

Bei den Gesprächen hofft Kretschmann »zu Klarheit zu kommen«. Ob die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten, die im April geplant ist, vorgezogen werden muss, ließ er offen. Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte einen raschen neuen Corona-Gipfel gefordert. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte gestern ein »richtiges Runterfahren« über Ostern angeregt.

Der Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf sprach sich in der »Bild am Sonntag« klar für einen harten Lockdown aus. Es müsse endlich aufhören, dass jede Kommune ihren eigenen Sonderweg gehen könne. »Es wäre mir lieber, wenn wir noch mal zehn Tage bundesweit in einen harten Lockdown gehen und danach überall öffnen können, anstatt über Monate keine klaren Strukturen zu haben.«

Wolf kritisierte die Ministerpräsidentenrunde deutlich: »Ihre Beschlüsse gehen seit Monaten völlig an den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen und Betriebe vorbei.«

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sprach sich ebenfalls für ein härteres Vorgehen aus. »Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff«, sagte er der »Bild am Sonntag«. Im Falle einer solchen Mutation…