Ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter ist am Sonntagmorgen bei einem Anschlag auf eine Kathedrale auf der indonesischen Insel Sulawesi ums Leben gekommen. Ob der zweite Täte auch starb, war zunächst unklar. 14 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt.

»Der Körper, den wir vor Ort gefunden haben, stammt vermutlich von dem Selbstmordattentäter«, sagte der örtliche Polizeichef. Der Sprengsatz selbst sei »von hoher Sprengkraft« gewesen. Zahlreiche Krankenwagen sowie Spezialeinheiten der Polizei trafen am Unglücksort ein.

Die Gottesdienstbesucher kamen gerade aus der Kirche

Ein Sprecher der nationalen Polizei erklärte, dass zwei Verdächtige versucht hätten, auf einem Motorrad durch das Tor der Kathedrale in der Stadt Makassar zu kommen, als sich die Explosion ereignete. Sicherheitskräfte hätten sie gestoppt. Zu dem Zeitpunkt seien die Menschen nach dem Ende des Gottesdienstes aus der Kirche geströmt, sagte er. Unter den Verletzten seien drei Sicherheitsmitarbeiter der Kirche, nach Angaben des örtlichen Polizeichefs auch mehrere Gottesdienstbesucher. Zum Zustand der Verletzten gab es zunächst keine näheren Informationen.

Die genauen Hintergründe des Anschlags waren zunächst nicht bekannt. Ein indonesischer Muslim-Rat verurteilte den Anschlag als abscheulichen Akt, der die Grundsätze einer jeden Religion verletze. Ein Christen-Verband rief die Mitglieder auf, ruhig zu bleiben und keine Angst zu haben.

Immer wieder Anschläge auf Kirchen in Indonesien

In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, verübten Extremisten in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge auf Kirchen. Bei dem bisher tödlichsten Anschlag im Oktober 2002 starben auf der Insel Bali 202 Menschen bei einer Explosion vor einer Diskothek, mehr als 300 wurden verletzt.

Indonesien ist überwiegend muslimisch geprägt: Von den rund 270 Millionen Einwohnern Indonesiens sind knapp 87 Prozent Muslime, etwa zehn Prozent sind Christen. Traditionell folgt Indonesien…