Globale Gesellschaft

In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme.

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24 Stunden. So lange hält der Covid-19-Impfstoff von Moderna bei Raumtemperatur. Danach muss er in die Tonne. Normalerweise muss man die Impfdosen bei konstant minus 20 Grad lagern.

Nur zwei Stunden. So lange hält der Biontech-Impfstoff laut Beipackzettel bei einer Temperatur von 30 Grad Celsius. Danach darf er nicht mehr verimpft werden. Aufgetaut im Kühlschrank hält er, bei zwei bis acht Grad, fünf Tage. Gelagert wird er tiefgefroren bei minus 70 Grad Celsius.

Zwei Beispiele, die zeigen: Impfstoffe herzustellen, ist die eine Sache; die Vakzinen dann richtig zu lagern, ohne ihre Kühlkette zu durchbrechen, ebenso eine große Herausforderung. Impfstoffe, wenn sie Menschen in den Oberarm gespritzt werden, müssen sicher sein. Und kein Fläschchen sollte im Müll landen.

In vielen Regionen der Welt, wo etwa tropische Temperaturen herrschen oder eine unstete Stromversorgung besteht, ist die Aufgabe noch einmal schwieriger. Wie kriegt man das hin? Ein Anruf bei Luc Provost, der mit seiner Luxemburger Firma seit 40 Jahren Kühlsysteme für Impfstoffe produziert.

Zur Person

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B Medical Systems

Luc Provost, Jahrgang 1968, ist Geschäftsführer der Luxemburger Firma B Medical Systems. Die Firma ist Weltmarktführer in der medizinischen Kältetechnik, produziert etwa Thermoboxen und Spezialkühlschränke, um Impfstoffe, Blutkonserven und Laborproben zu lagern und zu transportieren.

SPIEGEL: Herr Provost, diese Impfstoffkühlboxen – wie viele dieser Geräte stellt Ihre Fabrik im Moment her?

Luc Provost: Sechsmal so viele wie vor der Coronakrise. Wir produzieren in drei Schichten am Tag, jeden Tag, auch am Wochenende. Wir bauen gerade eine weitere Fabrik, direkt neben unserer jetzigen…