Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim ARD-Talk von Anne Will die Umsetzung der Corona-Maßnahmen durch die Länder kritisiert. Den jüngsten Bund-Länder-Gipfel zum Vorgehen in der Coronapandemie bezeichnete sie als »Zäsur«. So könne es nicht weitergehen.

Wenn man das nächste Mal zusammenkomme, müsse klar sein, »dass gemeinsame Ergebnisse rauskommen«, fügte Merkel hinzu. Nicht alle seien aber so »illusionsfrei, anzunehmen, dass das Virus nicht mit sich verhandeln lässt.« Es gebe bei den Länderchefs die »Versuchung, das Positive anzunehmen« – indem man vor allem auf die Wirkung der Schnellttests setze. »Ich halte Testen und Bummeln aber nicht für die richtige Antwort«, erklärte Merkel. Sie ermahnte die Länderchefs, die Beschlüsse der Corona-Notbremse rigoros umzusetzen – andernfalls müsste der Bund über das Infektionsschutzgesetz intervenieren.

Merkel entschuldigte sich für »Osterruhe«-Beschlüsse

Weil sie die Beschlüsse der »Osterruhe« zurücknehmen musste, hatte die Kanzlerin die Bevölkerung am Mittwoch öffentlich um Verzeihung gebeten. »Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler«, sagte sie.
Merkel war schon 2009 zu Gast in der Sendung der Journalistin Will. 2015, zum Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise, erklärte sie ihre Politik gleich zweimal in einem Solo-Auftritt. Zuletzt nutzte Merkel die Talkshow 2018 als Bühne.