Ein Großteil der 193 UN-Mitgliedsstaaten hat sich für einen gleichberechtigten Zugang zu Corona-Impfstoffen ausgesprochen. Lediglich 13 Staaten hätten die vom Libanon eingebrachte politische Erklärung nicht unterstützt, teilten die Vereinten Nationen in New York mit. Unter ihnen seien Nordkorea, Myanmar, Syrien, die Zentralafrikanische Republik, der Südsudan und die Seychellen.

In der Erklärung zeigen sich die Unterzeichnerstaaten „zutiefst besorgt“, dass allen internationalen „Vereinbarungen, Initiativen und Erklärungen“ zum Trotz die Impfstoffe gegen COVID-19 immer noch weltweit ungleich verteilt seien – und zwar nicht nur „zwischen“, sondern auch „in den Ländern“. Sie verpflichten sich deshalb, die Impfungen als ein „globales, öffentliches Gut zu behandeln“ und einen „gerechten und fairen Zugang für alle sicherstellen“. Dafür sei die internationale COVAX-Initiative der „geeignete Mechanismus“, heißt es in dem Text.

Schwerer Rückschlag für COVAX

Eigentlich wollte COVAX bis Ende Mai fast 240 Millionen Impfdosen an mehr als 100 ärmere Länder liefern. Doch die Initiative musste zuletzt einen schweren Rückschlag hinnehmen, da die Lieferungen des indischen Vakzin-Herstellers Serum Institute of India (SII) ins Stocken gerieten. Das SII, das den AstraZeneca-Impfstoff produziert, beliefert sowohl den heimischen Markt als auch COVAX. Wegen des großen Bedarfs in Indien stellt die Regierung in Neu Delhi jedoch derzeit keine Exportgenehmigungen aus.

„Impfnationalismus“ habe den Markt verzerrt, sagt WHO-Chef Tedros

Die Weltgesundheitsorganisation rief reiche Länder dazu auf, so schnell wie möglich Impfdosen für ärmere Staaten zu spenden. Innerhalb der nächsten Tage seien zehn Millionen Dosen erforderlich, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Dann könnten auch 20 Länder mit Impfungen starten, die ansonsten bis Anfang April nicht beliefert würden. Laut WHO haben 36 Staaten bislang noch keine einzige Dosis erhalten.

wa/AR (afp, dpa)