Wappentier der USA
Seit Jahren sterben US-Adler unter mysteriösen Umständen. Nun haben Forscher den Grund entdeckt

Die rätselhafte Nervenkrankheit befiel Weißkopfseeadler, aber auch andere Vögel

© David Ebener / DPA

An einigen Seen der USA verenden seit Längerem Weißkopfseeadler. Warum? Das wusste man bislang nicht. Nun brachte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam Licht ins Dunkel.

Mit kriminalistischem Spürsinn haben deutsche Forscher das Geheimnis um das mysteriöse Sterben von Weißkopfseeadlern im Südosten der USA gelöst. Ursache ist ein durch Blaualgen gebildetes Gift, wie ein Team um Timo Niedermeyer von der Universität Halle-Wittenberg und Susan Wilde von der Universität Georgia im Fachjournal „Science“ schreibt. Weißkopfseeadler sind das Wappentier der USA. Sie gehören mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern zu den größten Greifvögeln Nordamerikas. Kopf, Hals und Schwanzfedern sind weiß und heben sich von den dunkelbraunen Körperfedern ab.

Schon seit den 90er Jahren leiden Weißkopfseeadler, aber auch andere Vögel im Südosten der USA, unter einer Erkrankung der Nerven. Die Tiere verlieren die Kontrolle über ihre Körper und sterben.

Experten der Uni Halle entdecken „Adlermördergift“

Bei ihren Untersuchungen entdeckte Susan Wilde zunächst, dass eine Substanz von einer zuvor unbekannten Blaualge, die auf Grundnesseln (Hydrilla verticillata) in Süßwasserseen lebt, diverse Vögel und andere Tiere krank machte. Der schädliche Stoff gelangte nach ihrer Erkenntnis in pflanzenfressende Fische, Wasservögel oder Schildkröten, die schließlich von den Weißkopfseeadlern gefressen wurden. Was genau an den Blaualgen, wissenschaftlich auch Cyanobakterien genannt, zu der Vergiftung führte, war unklar. An der Universität Halle-Wittenberg wurde nun von Experten für Cyanobakterien das sogenannte „Adlermördergift“…