Bei Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar sind laut Medienberichten und Zeugen mehr als 90 Menschen von den Sicherheitskräften getötet worden. Allein in Mandalay seien mindestens 29 Personen ums Leben gekommen, darunter ein Kind, berichteten örtliche Medien. Dem Nachrichtenportal Myanmar Now zufolge starben 24 oder mehr Menschen in Yangon.

Die neuen Demonstrationen fanden zum Tag der Armee statt, den das Militär mit einer Parade in der Hauptstadt Naypyitaw beging. Dazu schickten unter anderem Russland und China Vertreter. Die EU-Delegation in Myanmar erklärte, der Feiertag in diesem Jahr werde „als ein Tag von Terror und Entehrung“ in die Geschichte eingehen.

Schüsse auf US-Kulturzentrum in Yangon

Aus Yangon wurden zudem Schüsse auf das US-Kulturzentrum gemeldet.  Es habe keine Verletzten gegeben, der Vorfall werde nun untersucht, teilte ein Sprecher mit. Die Vereinigten Staaten haben die Militärjunta in Myanmar wegen des Putschs scharf kritisiert. 

Nördlich von Yangon endete eine Kundgebung vor dem berüchtigten Insein-Gefängnis noch vor dem Morgengrauen in Chaos und Panik, als Soldaten auch dort gezielt auf Demonstranten schossen.

Widerstand gegen die Sicherheitskräfte mit Pfeil und Bogen in der Wirtschaftsmetropole Yangon

„Armee und Polizei schossen ohne Vorwarnung los“

In der Stadt Lashio an der Grenze zu Thailand und China eröffneten die Sicherheitskräfte das Feuer auf demonstrierende Studenten und töteten nach Angaben eines Sanitäters mindestens drei junge Menschen.

In Mandalay versuchen Demonstranten, einen Verletzten vor weiter angreifenden Polizisten in Sicherheit zu bringen

Sein Team habe die Toten wegen der vielen Schüsse nicht bergen können, berichtete er. „Die Armee und die Polizei kamen einfach und schossen ohne Vorwarnung los“, sagte ein Lokaljournalist.

Mindestens drei weitere Tote wurden in Meiktila im Zentrum des Landes sowie in Nyaung-U gemeldet, unter ihnen ein 14-jähriges Mädchen.

Das Militär reagierte nicht auf…