Globale Gesellschaft

In Reportagen, Analysen, Fotos, Videos und Podcasts berichten wir weltweit über soziale Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und vielversprechende Ansätze für globale Probleme.

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Auf der Urlaubsinsel Mallorca nehmen einheimische Frauen derzeit heimlich Windeln von Tafeln oder Hilfsprojekten mit, nicht für Kinder, sondern um sie zu zerschneiden und für sich Binden daraus zu basteln – denn viele sind während der Pandemie in die Armut abgerutscht, für Hygieneartikel wie Tampons oder Binden fehlt ihnen das Geld.

Weltweit müssen 1,8 Milliarden Menschen, die menstruieren, jeden Monat zahlen: Für Tampons oder Binden und häufig auch für Schmerzmittel oder sogar für Arbeitsausfälle wegen besonders starker Schmerzen während der Periode. (Berechnen Sie hier in unserem interaktiven Rechner, wie viel Sie bisher und in Ihrem Leben für die Periode ausgegeben haben und ausgeben werden – oder ausgeben würden.)

Während sich hierzulande die meisten Frauen Hygieneartikel leisten können, haben in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern Millionen Menschen keinen Zugang zu Tampons oder Binden. Und die Produkte sind vielerorts vergleichsweise extrem teuer. Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise, die Frauen weltweit häufig stärker als Männer treffen, verschärfen dieses Problem.

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Indische Aktivistinnen fordern günstige Hygieneprodukte

Foto: JAGADEESH NV / EPA-EFE

Von etwa 350 Millionen Frauen und Mädchen im menstruationsfähigen Alter nutzen in Indien nur etwa acht Millionen entsprechende Hygieneartikel. Der Lockdown hat den Zugang zusätzlich erschwert, da Tampons und Binden oft nur in Städten verkauft werden und viele Frauen noch weniger Geld als vor der Pandemie zur Verfügung haben.

Hinzu kommt: Vor allem in ländlichen Gegenden gelten sie während ihrer Blutungen als unrein, dürfen religiöse Stätten nicht betreten und trauen sich oft nicht…