Die erhoffte Freilegung des Containerschiffs „Ever Given“, das den Suezkanal blockiert, schreitet ein wenig voran. Das Seefahrt- und Logistikunternehmen GAC teilte mit, es seien mehr als zehn Schlepper und drei Bagger im Einsatz, um eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt wieder für den Handel freizugeben. Der Frachter liege zwar weiter auf Grund, es gebe aber „leichte Bewegung“.

Das 400 Meter lange und 59 Meter breite Containerschiff war am Dienstag in einem Sandsturm vom Kurs abgekommen und in Ufernähe auf Grund gelaufen. Der 224.000 Tonnen schwere Koloss gehört zu den größten Containerschiffen der Welt. Er blockiert nun die Durchfahrt. Deswegen stecken 213 Schiffe mit Frachtgut im Wert von Milliarden von Dollar im Stau. Auch deutsche Unternehmen befürchten daher Lieferengpässe.

Der Unglücksort aus der Vogelperspektive

Admiral Usama Rabi, der Vorsitzende der ägyptischen Kanalbehörde, sagte, bei den Aktionen der Schlepper zur Freilegung spielten mehrere Faktoren eine Rolle, vor allem die Windrichtung sowie Ebbe und Flut. Es handle sich um einen „komplizierten technischen Einsatz“.

Auch eine Flut soll helfen

Das niederländische Bergungsunternehmen Smit Savage hofft, die „Ever Given“ schon zu Wochenbeginn wieder flottmachen zu können. „Mit unseren Schiffen vor Ort, dem bereits entfernten Sediment und der am Sonntagabend einsetzenden großen Flut wird es uns hoffentlich gelingen, das Schiff Anfang nächster Woche wieder freizubekommen“, sagte der Chef des Smit Savage-Mutterkonzerns Boskalis, Peter Berdowski, im niederländischen Fernsehen. Etwas länger könnte es dauern, falls Container entfernt werden müssen, um das Gewicht des gigantischen Schiffs zu reduzieren. Es werde bereits ein Kran installiert, um hunderte Container vom Vorderdeck zu entfernen. Der Bug der „Ever Given“ sei komplett im Sand festgefahren, das Heck aber nicht. Das könnte als Hebel genutzt werden, um das Schiff freizubekommen.

Ein Koloss hinter Palmen: die „Ever Given“ blockiert den…