Zuletzt mehr als 2000 Tote täglich, rund 12 Millionen Infizierte und ein Trend bei den Fallzahlen, der nur eine Richtung kennt: nach oben. Weil in Brasilien die Coronapandemie in den vergangenen Wochen nahezu vollständig außer Kontrolle geraten ist, entwickelt sich das Land mehr und mehr zu einem globalen Epizentrum in der Viruskrise. Während die Krankenhäuser in so gut wie allen großen Städten am absoluten Limit arbeiten, warten immer mehr Menschen auf ein freies Intensivbett. Brasilien rangiert bei den weltweiten Fallzahlen auf Platz zwei, direkt hinter den USA.

P.1 lautet der Name einer besonders aggressiven Virusmutation, die zu großen Teilen für die verheerende Lage in dem Amazonasstaat sorgt. Sie habe sich inzwischen in mindestens sieben Bundesstaaten durchgesetzt und sei auch im Nachbarland Uruguay auf dem Vormarsch. Inzwischen sei die Variante zusammen mit einer weiteren heimisch geworden, hieß es zu Beginn der Woche aus Brasilien. Doch wurde P.1 nun auch in mindestens 25 weiteren Ländern nachgewiesen – Tendenz steigend.

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Die häufigsten Virusvarianten in Deutschland nach Kalenderwochen: Der farbig dargestellte Bereich zeigt den relativen Anteil der jeweiligen Linie bezogen auf alle zum Zeitpunkt detektierten Virusvarianten

Foto: RKI

Auch in Deutschland ist die Mutante angekommen. Ende Januar entdeckten Experten durch die Sequenzierung von Virenproben erstmals einen Fall in Hessen. Bisher sind nur wenige Infektionen bekannt, laut dem letzten Bericht des Robert Koch-Instituts liegt der Anteil von P.1 noch bei maximal einem Prozent aller hierzulande sequenzierten Virenproben. Wie sich die Ausbreitung weiter entwickelt, ist allerdings offen.

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Entwicklung der Mutationsverbreitung in Deutschland laut RKI: Die Daten stammen aus den Analysen der Erhebung des Laborverbundes

Foto: RKI

P.1 wurde erstmals im Januar in Tokio nachgewiesen, bei vier Personen, die aus dem Amazonasgebiet in…