Sind es die Kinder? Die jungen Erwachsenen? Oder doch die Hochbetagten? Im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 wird häufig diskutiert, wer die Pandemie anfacht. Die Wahrheit aber ist: Es gibt gar keine Treiber der Pandemie. Viel entscheidender als etwa das Alter einer Person seien die äußeren Umstände, erklärten Expertinnen und Experten bei einer Podiumsdiskussion der Deutschen Gesellschaft für Virologie.

»Wir haben weiterhin den Eindruck, dass eigentlich alle Altersgruppen gleich viel Virus ausscheiden«, sagte etwa Christian Drosten von der Charité in Berlin. Manche Daten wiesen zwar darauf hin, dass Kinder einen Tick weniger Viren bildeten. Diese Unterschiede seien jedoch sehr gering und ließen sich unter anderem dadurch erklären, dass die Abstrichtupfer bei Kindern viel kleiner seien, so Drosten weiter.

Genauso könne man sagen, dass ganz alte Menschen eine etwas höhere Viruslast haben, also etwas mehr Viren ausscheiden. »Das mag vielleicht damit zu tun haben, dass die akute Immunreaktion ein bisschen schwächer ist«, erklärte Drosten. Diese Gruppe reagiere auch auf Impfungen ein bisschen schlechter. »Aber ansonsten sind wir alle gleich für dieses Virus.«

Diskussionen darüber, welche Gruppen gerade nicht Treiber der Pandemie seien, bezeichnete Drosten als »manchmal auch ein bisschen interessengeleitet«. »Weil auch gesagt werden sollte, wo man vielleicht weniger Maßnahmen anwenden kann«, so Drosten. Dies sei jedoch kein wissenschaftlicher Angang.

Unterschied zur Grippe – dort gibt es Treiber

Dieser Meinung ist auch Sandra Ciesek, Virologin an der Universität Frankfurt. Bei der Frage nach möglichen Treibern unterscheide sich Corona von der Grippe, bei der viele ältere Menschen geimpft seien oder die Infektion schon mehrmals in ihrem Leben durchgemacht hatten. »Sie haben deshalb eine gewisse Teilimmunität, also ein bisschen Schutz davor«, so Ciesek. »Das haben kleine Kinder nicht, die gerade im Kindergarten sind.«

Kleine Kinder seien deshalb bei…