Für Abgeordnete des Deutschen Bundestags gelten künftig schärfere Transparenzregeln. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, bestätigte die entsprechende Einigung der Regierungsfraktionen CDU/CSU und Sozialdemokraten auf ein solches Vorgehen. Auch kleinere Einkünfte aus Nebentätigkeiten und geringere Beteiligungen an Kapitalgesellschaften als bisher müssen in Zukunft publik gemacht werden. „Gut, dass das jetzt gelingt“, sagte Schneider. „Wir werden in der nächsten Sitzungswoche einen Gesetzentwurf vorlegen.“

Obergrenze liegt bei 1000 beziehungsweise 3000 Euro 

Einkünfte aus Nebentätigkeiten und Unternehmensbeteiligungen sollen nach seinen Worten künftig anzeigepflichtig sein, wenn sie im Monat den Betrag von 1000 Euro übersteigen oder bei ganzjährigen Tätigkeiten im Kalenderjahr die Summe von 3000 Euro.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Frakion, Carsten Schneider, forderte schon länger strengere Offenlegungsregeln

Manche Abgeordnete hätten in „Aasgeiermanier“ in der Corona-Krise Geschäfte gemacht, kritisierte Schneider. Es sei für die Bürger nur angemessen zu wissen, dass niemand sonst Einfluss auf die Abgeordneten nehme.

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Die Christsozialen in Bayern beschlossen als Reaktion auf die Korruptionsermittlungen zudem einen zehn Punkte umfassenden Maßnahmentatalog zum Umgang mit Nebeneinkünften von Mandatsträgern. Der Parteichef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder sprach von einer „schlechten Woche für die Union“. Die Glaubwürdigkeit von CDU und CSU stehe auf dem Spiel.

Söder sagte, weiterhin sollten auch Freiberufler wie Rechtsanwälte ins Parlament. „Keiner soll einen Nachteil haben, dass er wirtschaftlich tätig ist.“ Es müsse aber klar sein, dass das politische Amt die Hauptaufgabe sei – „das andere ist die Nebentätigkeit“.

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