Es war das Bild einer Seriennummer, das damals den Beweis brachte: Amerikanische Waffen töten im Jemen Zivilisten.

Kampfflugzeuge der saudisch-geführten Militärkoalition hatten am 8. Oktober 2016 eine Beerdigung in Jemens Hauptstadt Sanaa bombardiert, zu der sich rund 1500 Menschen versammelt hatten. Mindestens 140 von ihnen kamen ums Leben. »Ich sah schreckliche Verbrechen, Menschen, die in Stücke gerissen wurden, Körper, die in Flammen standen«, berichtete ein Überlebender damals einer Menschenrechtsorganisation. Die Nummer auf einer Bombe in den Trümmern führte direkt zum amerikanischen Waffenhersteller Raytheon.

Im Herbst 2016 dauerte der Konflikt im Jemen bereits eineinhalb Jahre. Dabei hatte Saudi-Arabien zu Beginn der Intervention einen Blitzkrieg von »wenigen Wochen« angekündigt. Gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wollte man mit der Militärintervention im Jemen die mit Iran verbandelten Huthi-Rebellen bekämpfen – und so auch Erzfeind Iran zurückdrängen.

Die Huthi hatten Ende 2014 die Hauptstadt Sanaa eingenommen und die Regierung ins Exil getrieben. Saudi-Arabien sahen Iran überall in der Region auf dem Vormarsch, und nun sogar im eigenen »Hinterhof«. Die USA hatten sich gerade mit Teheran auf das Nuklearabkommen geeinigt, und die Machthaber in Saudi-Arabien fühlten sich von Washington verraten. Deshalb ließ der damalige US-Präsident Barack Obama seine saudischen Verbündeten im Jemen gewähren, unterstützte ihre Militärkoalition mit Logistik, Geheimdienst-Informationen und Präzisionswaffen.

Nun, sechs Jahre später, ist der Krieg immer noch nicht beendet. Zehntausende Zivilisten sind durch die rücksichtslose Kriegsführung aller Beteiligten ums Leben gekommen, viele Menschen hungern, die Infrastruktur des Landes ist kaputt. Die Huthi haben ihre Macht gefestigt und bedrohen Saudi-Arabien mit immer dreisteren Raketen- und Drohnenangriffen. In ihren Gebieten herrschen sie gnadenlos und pressen die Menschen mit…