von Daniel Wüstenberg

26.03.2021, 15:59 Uhr

Ausmaße, Bergungsversuche, Auswirkungen, Gelächter – an der Havarie des Containerschiffes „Ever Given“ im Sueskanal ist alles groß. Das müssen Sie zu dem Unfall auf der Pulsader der Weltwirtschaft wissen.

Es geht nicht vor. Und es geht nicht zurück. Seit Dienstag steckt der Containerfrachter „Ever Given“ im Sueskanal fest, allen Befreiungsversuchen mit Baggern und Schleppern zum Trotz. Was auf Bildern vom Ort der Havarie kurios anmutet, hat handfeste Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die Lage im Überblick:

Das Schiff

Die 2018 in Japan vom Stapel gelaufene „Ever Given“ zählt zu den größten Containerschiffen der Welt. Knapp 400 Meter lang, fast 60 Meter breit und mehr als 32 Meter hoch – die Ausmaße des Frachters sind gigantisch. Wie die zehn Schwesterschiffe derselben Klasse kann es mehr als 20.000 Container im Bauch und auf Deck aufnehmen. Betrieben wird die „Ever Given“ von der taiwanesischen Reederei Evergreen, die mit ihren markanten grünen Schiffen zu den größten Unternehmen ihrer Art weltweit gehört. Eignerin ist jedoch die japanische Firma Shoei Kisen. Das Schiff verkehrt unter der Flagge Panamas. Die „Ever Given“ sorgte hierzulande bereits für Schlagzeilen: 2019 rammte sie bei starkem Wind eine Fähre im Hamburger Hafen und beschädigte diese schwer. Die Besatzungsmitglieder der Fähre erlitten Schocks, Passagiere waren nicht an Bord.

Die „Ever Given“ im Hafen von Rotterdam

© Kees Torn / Flickr / Wikimedia CC-BY-SA-2.0

Die Route

Die „Ever Given“ legte am 7. März im Hafen von Shenzhen in China ab und fuhr nach einem Zwischenstopp in Malaysia in Richtung Rotterdam in den Niederlanden weiter. Anfang April sollte sie Hamburg anlaufen. Bis kurz vor der Havarie war die Fahrt des Containerschiffes unauffällig, ehe die Crew kurz vor der Einfahrt in den eigentlichen Sueskanal…