«Dieselgate»
Abgasskandal: VW will Schadenersatz von Ex-Top-Managern

Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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Strafrechtlich hat «Dieselgate» für die beiden Ex-Top-Manager Martin Winterkorn und Rupert Stadler schon ein Nachspiel. Der Aufsichtsrat von VW gibt nun das Ergebnis einer mehrjährigen Prüfung bekannt.

Der VW-Konzern verlangt von seinem früheren Chef Martin Winterkorn und von Ex-Audi-Chef Rupert Stadler Schadenersatz im Zusammenhang mit dem Dieselskandal. Dies teilte das Unternehmen nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit.

Die Kontrolleure hatten zuvor die Ergebnisse umfangreicher Prüfungen in der Regressfrage diskutiert. Volkswagen erklärte, man werde die beiden ehemaligen Top-Manager nun «wegen aktienrechtlicher Sorgfaltspflichtverletzungen auf Schadenersatz in Anspruch nehmen». Welches finanzielle Ausmaß die Forderungen haben könnten, stand zunächst nicht fest. Im Fall anderer VW-Vorstandsmitglieder seien dagegen keine Verstöße festgestellt worden.

Gegenstand der Untersuchungen war, ob Winterkorn, Stadler und möglicherweise auch noch weiteren damaligen Führungskräften vor dem Auffliegen der Affäre im September 2015 fahrlässige Management- und Kontrollversäumnisse vorzuwerfen sind – was letztlich die Manipulationen an weltweit Millionen Dieselautos ermöglicht oder zumindest nicht verhindert haben könnte. Die Kanzlei Gleiss Lutz beriet den VW-Aufsichtsrat zu diesem Thema und legte in dieser Woche ihren Abschlussbericht vor.

Ein zentraler Befund: Winterkorn habe es in der Zeit nach einer als «Schadenstisch» bezeichneten Krisenkonferenz am 27. Juli 2015 unterlassen, «die Hintergründe des Einsatzes unzulässiger Softwarefunktionen in 2,0-Liter-TDI-Dieselmotoren, die in den Jahren 2009 bis 2015 im nordamerikanischen Markt vertrieben wurden, unverzüglich…