Es gibt zwei Geschichten über den Unternehmer und Multimillionär Josef Schucker (67). Beide sind wahr. Auf der Internetseite seines Start-ups lächelt Schucker dem Besucher als freundlicher Herr entgegen. Ein Unternehmer wie gemalt: Als junger Ingenieur entwickelt er in den 80ern mit vier Mitarbeitern Kleberoboter für die Automobilindustrie. Gut zwei Jahrzehnte später ist seine Firma Marktführer (280 Mitarbeiter, 65 Millionen Euro Jahresumsatz); Schucker verkauft und erfüllt sich, wer mag es ihm verdenken, einen Kindheitstraum: Er segelt um die Welt. Doch an den wunderschönen Stränden stören ihn die Plastikflaschen. Gibt es keine bessere Lösung? Zurück in Deutschland, gründet er noch einmal – er entwickelt eine Station zum Aufbereiten von Leitungswasser.

Die andere Geschichte des Josef Schucker ist nicht so schön. Sie beginnt mit Investments, die Namen tragen wie Nildelta, Seriva und BC German Equity. Und sie endet mit einer mutmaßlichen Millionenerpressung.

Schuckers dunkle Seite hat vor allem ein Mann bedient: Hanno Berger (70). Bekannt ist Berger heute als König der Cum-Ex-Geschäfte, jener mutmaßliche Steuerraub mit Milliardenschaden, bei dem sich Investoren Steuern auszahlen ließen, die niemals gezahlt wurden. Doch Berger war mehr als ein cleverer Gauner, er war ein Meister der Gier.