Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auch nach dieser tumultartigen Woche mit verzweifelten Ad-hoc-Beschlüssen wie der Osterruhe, die ebenso ruckartig wieder zurückgenommen wurden, ist die Sehnsucht nach guten Nachrichten groß. Wir sind (die Wissenschaftler hatten es vorausgesagt, die Politik die Prognosen weitgehend ignoriert) mitten in der dritten Welle, Fallzahlen, Inzidenzwerte, R-Zahl – alles ist auf X-mas-Kurs (Sie erinnern sich vielleicht noch an die Weihnachtswelle).

Leider ist, das muss man leider sagen, wohl auch die langfristige Perspektive nicht so rosig. Das zumindest wollen Forscher der University of Warwick am Beispiel Großbritanniens errechnet haben, die ihre Arbeit im Fachmagazin »Lancet Infectious Diseases« vorstellen.

Die Kernaussage der Studie: Selbst wenn ein Großteil der Bevölkerung geimpft ist (die Wissenschaftler rechnen bei ihrer Modellierung mit einer Quote von 85 Prozent), müssen manche Maßnahmen zum Infektionsschutz aufrechterhalten werden. Würde man stattdessen alle Einschränkungen kompromisslos aufheben, zögen immer wieder Wellen von Infektionen durch das Land – weil bisher keiner der Impfstoffe bei allen Geimpften einen vollständigen Schutz vor Infektionen biete.

Allerdings, so die Einschätzung der Forscher, wären damit vor allem Dinge wie die Maskenpflicht, Schnellteststrategien und allenfalls lokale Einschränkungen gemeint, die fortgeführt werden müssten. Die Zeit der großen, harten Lockdowns wäre nach einer erfolgreichen Impfkampagne wohl vorbei. Und das ist, je nach Perspektive, vielleicht doch eine gute Nachricht.

Covid-19 in weltweiten Zahlen

Bestätigte Fälle: 125.554.998

Todesfälle: 2.756.566

Von der Krankheit genesen: 71.129.2136

Deutschland: 2.734.753 bestätigte Erkrankte, 75.623 Todesfälle

Quellen: CSSE/Johns-Hopkins-Universität, Stand: 26. März 2021, 10.27 Uhr; Robert Koch-Institut, Stand: 26. März 2021, 3.08 Uhr

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