Die Bundeswehr kann weitere zehn Monate am Nato-geführten Einsatz in Afghanistan teilnehmen. Der Bundestag verlängerte am Donnerstagabend das Mandat für die Beteiligung an der Nato-Mission »Resolute Support«. Mit mehr als 1100 Soldaten am Hindukusch handelt es sich um den derzeit größten Auslandseinsatz der Bundeswehr. Die SPD-Abgeordnete Aydan Özuguz erklärte, ein sofortiger Abzug der internationalen Truppen vor Abschluss der laufenden Friedensgespräche könne alles Erreichte zur Disposition stellen.

Mit dem Bundestagsbeschluss wurde das auslaufende Mandat für die Bundeswehr zunächst bis zum 31. Januar 2022 verlängert. Einen möglichen Abzug will die Bundesregierung vom Erfolg der Friedensverhandlungen zwischen den militant-islamistischen Taliban und der Regierung in Kabul abhängig machen.

Unklar ist, wie sich Washington als größter Truppensteller dazu verhält. Erst in dieser Woche erklärte US-Außenminister Antony Blinken, der Prozess der Entscheidungsfindung sei noch nicht abgeschlossen. Zuletzt waren noch rund 10.000 Soldaten aus Nato-Ländern und Partnernationen in Afghanistan, um die demokratisch gewählte Regierung durch die Ausbildung und Beratung von Sicherheitskräften zu unterstützen.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) begrüßte das Votum des Bundestags. »Wir brauchen diese Flexibilität«, teilte er bei Twitter mit. »Wir wollen im Bündnis unser militärisches Engagement in Afghanistan gemeinsam beenden«, aber dies solle auf verantwortungsvolle Weise geschehen. »Hierfür brauchen wir mehr Zeit«, erklärte Maas.