Konzern hatte dementiert
Amazon weiß offenbar doch, dass Mitarbeiter aus Zeitdruck in Flaschen urinierten

In den USA demonstrieren Amazon-Angestellte, weil sie eine Gewerkschaft gründen wollen

© Kena Betancur / AFP

Urin in Flaschen und Kot in Tüten: Amazon-Angestellte sagen, sie können aus Zeitmangel keine Toiletten aufsuchen. Der Konzern dementiert das. Doch laut internen E-Mails wissen Führungskräfte schon lange von dem Problem.

Die größten Konzerne sind nicht immer automatisch die besten Arbeitgebenden. Das beweist Amazon immer wieder aufs Neue. Während Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen regelmäßig über schlechte Arbeitsbedingungen klagen, stellt sich der Internet-Gigant selbst Gewerkschaften in den Weg. Aktuell leugnet Amazon Erzählungen, nach denen Angestellte aus Zeitdruck in Flaschen uriniert und ihre Därme in Tüten entleert haben. Die Beweise sagen allerdings etwas anderes.

Angefangen hatte der Plastikflaschen-Skandal bereits 2018, mit einem Buch des britischen Journalisten James Bloodworth. Dort hatte es geheißen, dass Angestellte in einem Amazon-Warenhaus im englischen Staffordshire in Flaschen urinierten, weil sie durch strenge Produktionsvorgaben schlichtweg keine Zeit für Toilettenpausen hatten. 

Ein Bericht von „The Intercept“ erhebt nun neue Vorwürfe. Lieferfahrer und -Fahrerinnen  hatten dort ebenfalls erklärt, sich aus Angst vor Kündigungen in Flaschen und Tüten zu entledigen. Und während Amazon auch diese Anschuldigungen öffentlich dementiert, sollen interne Dokumente und zahlreiche Fotos nun beweisen: Der Konzern ist sehr wohl über diese Zustände im Bilde.

Die Praxis sei laut Amazon-Angestellten so weit verbreitet, dass Manager und Managerinnen in US-amerikanischen Filialen des Konzerns sie regelmäßig in internen Meetings, E-Mails und selbst der offiziellen Firmenpolitik adressierten. So zitiert „The Intercept“ aus…